Limited Skateboard Magazin, August/September 2003
"Nachdem wir in einer der vorangegangenen Ausgaben schon die EP vorgestellt haben geht jetzt das erste echte Langformat von Matchbook Romance an den Start. Unter den erfahrenen Fittichen von Produzent Joe Barrasi (QOTSA, Weezer...) kann das Quartett aus Poughkeepsie, NY den vielversprechenden Eindruck der EP bestattigen. Zwölf Songs in sicheren Gewässern zwischen Hardcore, Emo und Pop."
Metal Heart, Novemberausagbe 2003
"Eigentlich ist dieser ganze Emo/Pop Punk doch wie diese feinen Alkohol Pops, die seit einiger Zeit groß sind. Alle sind bunt und schmecken verdammt süß und süffig, es kommen alle paar Monate neue dazu die im Prinzip so wie die anderen sind und wenn man zu viele trinkt, wird einem schlecht. Im Prinzip genau wie bei all den Sum 41s, Jimmy Eat Worlds, The Ataris, Good Charlottes und so weiter. Diesen Monat kommen Matchbox Romance in das bereits knallbunte und sprudelnde Sortiment. Im Regal werden sie zwischen Sum 41 und Jimmy Eat World eingeordnet, denn es kommt nicht nur zuckrige Süße aus der Flasche getropft, sondern auch härtere Melodien a la Iron Maiden, wenn auch nicht ganz so flott wie bei Sum 41. Ansonsten großer Chorusbombast mit oft mehrstimmigem Gesang, wieder viel Zucker und Spaß an der oft schwer emotionalen Sache. Es gibt die guten kaputte Jugend Schreie wie im Opener, große Gefühlsromantik in If All Else Fails und mit Tiger Lily den Beweis, dass der Sänger doch nicht allei
ne singen sollte. Schmeckt ebenso gut wie viele anderen Alkopops, ist aber genauso wenig neu, wie die Entdeckung von Rum als Mischingredienz."
Tobias Gerber
7 Punkte
Intro, Oktober 2003
Nach der von Brett Gurewitz produzierten EP "West For Wishing" (Epitaph/SPV) legen Matchbook Romance ein solides Rockalbum nach. Die Reaktionen werden zwiespältig sein. Matchbook Romance waren mit Produzent Joe Barresi (Pennywise, Weezer, Melvins) im Studio, der ihnen einen warmen,
gefälligen Sound gebaut hat. So weit, so gut. Akustische Balladen wie "Tiger Lily konnte oder wollte er nicht verhindern; durchaus ein schönes Stück, nur vollkommen belanglos. Matchbook Romance kommen einfach interessanter, wenn sie rocken. Dann verbinden sie emotionsgeladenen Alternativerock (Boy Sets Fire, Thrice, Finch) mit Pop-Punk (The Movielife, New Found Glory, The Ataris), ohne die letzte noch unbesetzte Nische zu finden. Neuartig erscheint das nur dem, der die letzten zwei Jahre schlafend auf dem Mars verbrachte. Obwohl Matchbook Romance kein Problem damit haben, überdurchschnittlich gute Songs zu schreiben, fällt es schwer, sie als wichtig oder unverzichtbar zu bezeichnen. Ähnlich sieht es mit Glasseater aus, die nach diversen Alben bei Eulogy und Fearless Records jetzt bei Victory unterschrieben haben. Glasseater machen rum mit Punkrock und Posthardcore, bringen schöne Gesangslinien, ein wenig Geschrei und ein rundes Gesamtbild. Same shit, different band? Es ist erstaunlich
, wie selbstverständlich heute derlei Musik mit Airplay und Majorlabels zusammen passt. Glasseater könnten so populär werden wie ihre Labelmates Taking
Back Sunday, etwas Glück vorausgesetzt. Ihre Songs, die Glasseater mit einer angenehmen Sperrigkeit spannend gehalten haben, anstatt sie im Windkanal zu perfektionieren, bleiben schon im Ohr. Nur kann man die Band selbst leicht mit vielen anderen verwechseln.
Ingo Rieser
Uncle Sallys, Oktober 2003
Okay. Sämtliche Vorurteile bitte beiseite schieben, auch wenn Bandname, Albumtitel und Songtitel wie Stay Tonight oder She´ll Never Understand vor allem nach einem schreien: zuckersüßem Emo-Pop. Nachdem Matchbook Romance gerade zusammen mit den Donnas auf europäischen Bühnen spielten, erscheint nun mit Stories And Alibis das Debut-Album der vier Herren aus New York. Jenes hebt sich angenehm von den restlichen Emo-Veröffentlichungen dieser Tage ab, denn Stories And Alibis ist vor allem eins: vielseitig. So wird nach dem Intro mit Your Stories, My Alibis auch direkt losgerockt, mit Playing For Keeps gepoppt und schließlich wird mit Tiger Lily die ( dann wirklich zuckersüße) Akustik-Gitarre ausgepackt. Feine Platte, Von A bis Y.
Heiko Reusch
Rock Hard, Oktober 2003
Die Geschichte von Matchbook Romance klingt wie aus einem Hollywood Streifen, Epitaph-Chef und Bad Religion-Melodienhexer Brett Gurewitz stöberte eines Abends im Internet. Rein zufällig stieß er dabei auf diese Truppe, die in einem Punkforum einen Song gepostet hatte, den Gurewitz, warum auch immer, herunterlud. Das Aufschlagen seiner Kinnlade auf der Schreibtischplatte scheint so heftig gewesen zu sein, dass er der New Yorker Band gleich einen Deal anbot und gleich noch deren erste EP West For Wishing produzierte. Auf ihrer ersten Langrille bauen Matchbook Romance ihren Stil konsequent aus. Melodiegeladene Emocore-Stücke, wahlweise mit ausdrucksstarkem Klargesang oder wütendem Gekreische (selten)verziert. Erinnert stellenweise an das Ignite-Projekt California United oder die legendären Finch, ohne allerdings wirklich deren Intensität zu erreichen. Der Grat zwischen Eingängigkeit und käsiger Beliebigkeit ist in diesem Genre eh verdammt schmal. der Fakt, dass Storie s And Alibis zu Beg
inn fast schon sperrig rüberkommt und erst mit der Zeit wächst und wächst, spricht aber hier deutlich für die Band. Wer sich schon aus Prinzip Chart-Gedudel der Marke Blink 182 oder Sum 41 verboten hat, darf zu Matchbook Romance ganz ohne schlechtes Gewissen abrocken. Na gut, sagen wir besser abpoppen.
Volkmar Weber
7 Punkte
Westzeit, Oktober 2003
Was Mr Epitaph Brett auf einen Schlag so aus den Socken gehauen hat, kann einen doch nicht einfach so kalt lassen? Richtig! Gerade aus der Schule raus, hauen die vier New Yorker dermaßen rein, als hätten sie für ihre Zeit im Übungsraum jede Menge Unterricht ausfallen lassen.Ob sie sich zwischen all den Sound-Bands, die derzeit den Markt unsicher machen, werden durchsetzen können, bleibt abzuwarten, aber der Emo-Power-Rock-Brett ihrer ersten EP haben sie mit Hilfe von Joe Barresi (QOTSA, Weezer, Hole) an den Reglern definitiv ausbauen können und bringen in ruhigen wie in rockenden Momenten genügend Dampf mit, um ihre Blitz-Karriere zu rechtfertigen.
Sven Trappen
4 Punkte
DNA six, Oktober 2003
Produziert von John Barrasi (Hole, QOTSA, Melvins, Weezer...) zelebrieren Matchbook Romance auf ihrem ersten Longplayer vielschichtig arrangierte Tracks, die im Bereich des Alternative Rock, Melody Punk sowie, und das sehr deutlich im Emocore beheimatet sind. Die Stücke von Andrew Jordan, der ständig im Spannungsfeld von Geschrei und Gesang pendelt, emotional vorgetragen, verlangen nach der Aufmerksamkeit des Hörers. Diese schenkte dem Quartett Bad Religion Gitarrist Brett Gurewitz, nachdem er im Internet auf die Kapelle aufmerksam geworden war und sie für Epitaph unter Vertrag nahm. Die melodischen Kompositionen erstrecken sich über 47 Minuten Spielzeit, in denen auch Platz ist für einen Akustiktrack (Tigerlily) und eine Power-Ballade (If All Else Falls). Ein Song wie Promise mit seiner druckvollen Strophe, dem emotionalen Gesang und dem melodischen Refrain deckt derweil alle ansonsten wesentlichen Facetten dieses Werkes ab, dessen Schwachpunkt lediglich in einer leider vorhandenen
Eintönigkeit besteht.
Thorsten Sylla
3 1/2 von 5 Punkten
Access All Areas, Oktober 2003
Das erste was einem an Stories And Alibis positiv ins Ohr sticht, ist die Produktion von Joe Barresi (QOTSA, Skunk Anansie, Weezer). Den guten Mann hat den New Yorker Alternative-Rockern die Plattenfirma Epitaph spendiert, die übers böse, böse Internet auf Matchbook Romance aufmerksam wurde und die Jungs vom Fleck weg unter Vertrag nahm. Weise Entscheidung, denn Sänger Andrew Jordan und seine drei Mitstreiter haben einiges zu bieten im Spannungsfeld zwischen dem Alkaline Trio, Life Of Agony und Pearl Jam.
Fazit: Rhythmischer Alternative Rock mit kräftigem Emo-und leichtem Hardcore-Einschlag und Pop-Appeal.