Sidebar

Cohen, Erik

Band: ERIK COHEN

Album: Northern Soul

VÖ: 26.02.2021

Label/Vertrieb: RYL NKR Recordings / Rough Trade

Website: www.royalanker.de

Etwas über drei Jahre nach seinem letzten Studiowerk und dem seine Albumtrilogie schlüssig zusammenfassenden „Live aus der Vergangenheit“ (2019) gibt es im Frühjahr 2021 wieder ganz neue Lieder von ERIK COHEN. Vorab kann festgehalten werden: Er hat sich noch nie lockerer angehört und überträgt die über die Jahre gewonnene Sicherheit nahezu traumwandlerisch in ein deutschsprachiges Rockalbum, das in Sachen stilistischer Vielfalt sicherlich seinesgleichen sucht.   

Der eigenwillige Rockmusiker zerlegte für „Northern Soul“ (RYL NKR Recordings / Rough Trade) seine Diskographie, sortierte die einzelnen Teile und fügte sie im Anschluss Stück für Stück neu zusammen. Herausgekommen ist - nicht ganz unlogisch - sein bislang abwechslungsreichstes Werk, das Rockmusik mit Hingabe und einer organischen Liebe für bauchige Hits repräsentiert.

Um Sound-Schubladen hat sich der sympathische Kieler noch nie sonderlich gekümmert und so bleiben auch auf „Northern Soul“ die Genre-Grenzen fließend. Classic Rock, Hard Rock, urigen Metal, (New) Wave, Alternative Rock, (Street)Punk und Pop müssen sich am Ende nicht ausschließen, im Gegenteil.

ERIK COHEN fügt mit spielerischer Leichtigkeit zusammen, was ihm seit jeher im Blut liegt und schreibt mit spürbarer Freude an zupackenden Melodiebögen großartige Rocksongs in deutscher Sprache, die in ihren Ansätzen unterschiedlich sein mögen, aber dennoch (und erneut) ein absolut stimmiges Gesamtbild ergeben, das sich nur schwerlich kopieren lässt.

Aus seiner Vorliebe für stilprägende Bands wie u.a. The Cult, Turbonegro, Kyuss, Danzig, Type O Negative, Depeche Mode, The Cure, New Order, Oasis, Ghost oder Killing Joke hat der leidenschaftliche Musikfan nie einen Hehl gemacht und löst nach längerer Studioalbum-Abstinenz die nicht einfache Aufgabe, aus seinem Füllhorn unterschiedlichster Einflüsse wieder ein eigenständig klingendes Ganzes zu kreieren, ohne sich und andere dabei grobschlächtig zu kopieren.

„Northern Soul“ ist also mehr als ein Querschnitt dessen, was ERIK COHEN bis hierhin erschaffen und als sich auf nahezu allen Ebenen selbst vertretender DIY-Musiker geschafft hat. Die Platte vereint vieles von dem, was bis hierhin war, bleibt aber konstant frisch und präsentiert einen weiter gereiften Musiker, der Messlatten für sich selbst immer wieder ein Stück höher legt, um seiner Vorstellung vom "perfekten" Hörspaß so nahe wie möglich zu kommen.

 

Infos zur vorherigen VÖ

Band: ERIK COHEN

Album: Live aus der Vergangenheit

VÖ: 22.11.2019

Label/Vertrieb: RYL NKR Recordings / Rough Trade

Website: www.royalanker.de

 

ERIK COHEN meldet sich nach erfolgreicher Album-Trilogie druckvoll zurück mit einem – physisch strikt limitierten - rund 70minütigen, dynamischen Studio-Livealbum. Der Kieler pflügt sich gemeinsam mit seiner Band quer durch das hauseigene Repertoire und präsentiert essentielle Songs der Bandgeschichte in sympathisch ungeschminkter Form. Live und direkt, dennoch in Studio-Qualität. 

Der raue, vielseitige Rockansatz in deutscher Sprache, den ERIK COHEN seit jeher repräsentiert, rückt ungeschminkt unmittelbarer in den Fokus. Wer sich fragte, wie die vielschichtig instrumentierten Songs der Alben „Nostalgie Für Die Zukunft“, „Weißes Rauschen“ und „III“ auf der Bühne auf einen gemeinsamen Sound-Nenner gebracht werden, erhält hier die Antwort. Und wer jene bereits kannte, erhält mit „Live aus der Vergangenheit“ ein unverzichtbares Stück Musik.

ERIK COHEN und Bandkollegen verbarrikadierten sich für ein paar intensive Live-Sessions im Kieler „Demolition Room“ und brachten gemeinsam ihren vielfältigen Rockentwurf noch einmal kohärenter auf den Punkt. 

Das Ergebnis ist mehr als ein pures Live-Album, mehr als eine auf discographische Highlights reduzierte Werkschau. Die Platte präsentiert den freigelegten Kern des bisherigen Schaffensfrüchte, ein über Jahre gewachsenes musikalisches Selbstverständnis und -vertrauen und bietet hierüber mit Blick auf so manchen Song kleine Updates zur Urversion an. 

Zusätzlich spendiert die Band die bereits seit einigen Jahren fest ins Live-Set integrierte ERIK COHEN-Version von Joachim Witts „Goldener Reiter“.  

Mit „Live aus der Vergangenheit“ hat der Norddeutsche sicherlich noch nicht alles gesagt. Seine im April veröffentlichte Single „Millionenstadt“ deutet zumindest darauf hin, dass es weitergehen kann im Hause Cohen.

Bis es soweit ist, macht dieses Album mindestens genauso viel Spaß wie die Platten zuvor. Und die anstehenden Konzerte könnten weitere Einblicke vermitteln, was die musikalische Zukunft betrifft:

 

Infos zur vorherigen VÖ:

Band: Erik Cohen

Album: III

Label: RYL NKR Recordings / Rough Trade

VÖ: 26.01.2018

Website: www.royalanker.de

Nach “Nostalgie Für Die Zukunft” (2014) und “Weisses Rauschen” (2016) erscheint mit “III” vier Jahre nach Veröffentlichung des Debütalbums bereits der dritte ERIK COHEN-Langspieler. Auch die neue Platte wurde vollständig im DIY-Verfahren produziert und kommt wie gehabt über sein eigenes Label.

Wer die Vita des sympathischen Kielers kennt, weiß, dass er sich künstlerisch äußerst ungern wiederholt und seit jeher dazu neigt, sein Publikum mit neuen Ansätzen zu überraschen. Die ureigenen klanglichen Trademarks behält er dabei allerdings konsequent im Auge. Spielte sein letztes Album noch weitläufiger mit Wave, klassischen Popanleihen und den unterschiedlichen Spielarten des Rock, stehen jetzt die geradlinigsten, treibendsten Songs des norddeutschen Originals ins Haus. 

Erwartungsgemäß wird die alte Tante Rockmusik auch dieses Mal in unterschiedlichen Facetten gefeiert. Allerdings passiert dies nun in reduzierterer Form als auf den beiden Vorgänger-Alben, auf den Einsatz von Tasteninstrumenten wurde gänzlich verzichtet. Die neuen Lieder präsentieren sich in einem etwas staubigeren Soundmantel als es noch auf der eher auf klangliche Eleganz ausgelegten LP "Weisses Rauschen" der Fall war. Meint: Basslastige Wave-Anstriche stehen deutlich weniger im Fokus als zuletzt, auf "III" dominiert die Gitarre. Das wird bereits mit dem Opener "Mexikanische Lieder" deutlich und zieht sich einmal quer durch die Platte.

Auf das gewohnte Variantenreichtum wird nach wie vor nicht verzichtet: Uriger Metal trifft Hardcore-Anleihen, perfekte Alternative-Wellen türmen sich auf originären Punkrock eingängigster Prägung und breitbeinig-klassischer Stadionrock der späten Sechziger und frühen Siebziger Jahre sagt auch nochmal “Hallo“. Die Hosenbeine flattern wieder und das gute, alte Nietenarmband hat noch lange nicht ausgedient. Rockige Judas Priest, Corrosion Of Conformity, Turbonegro, Hellacopters, alte Iron Maiden, die originalen Misfits, Oasis, Motörhead… Hier wie dort schimmert immer wieder schön was durch und Hüte werden charmant gezogen. Man kennt und verehrt seine musikalischen Helden, kopiert aber nicht. Vielmehr wird neu und bunt zusammengesetzt, was organisch zueinander passt.

Die kernige Leidenschaft und raue Intensität, mit der ERIK COHEN seine Songs seit jeher auf die Bühne bringt, wird auf dem neuen Tonträger konserviert und herrlich auf den Punkt gebracht – alles, was man bisher schätzte, wird noch einmal gekonnt verdichtet. War der Künstler seinen musikalisch eher grenzenlosen Ansätzen zum Trotz schon immer dem puren Geist des Rock verpflichtet, kommt dies nun in aller Deutlichkeit zum Tragen.

Dies passiert auf unterschiedlichsten Ebenen derart eigenständig und von einem natürlichen musikalischen Selbstverständnis geprägt, dass es auch weiterhin schwer fallen dürfte, vergleichbare Rockplatten in deutscher Sprache zu nennen. ERIK COHEN spielt mittlerweile mit sichtbarer Freude in einer selbst geschaffenen Nische und vereint dabei herzlich, unbekümmert und generationenübergreifend Rockfans aus verschiedensten Ecken.

Top